Veränderung der Sinneswahrnehmung
Die psychische und physische Wirkung von Cannabis kann von Konsument zu Konsument sehr unterschiedlich sein, da jeder Rausch subjektiv unterschiedlich wahrgenommen wird. Es gibt mehrere Faktoren, die die Wirkung von Cannabis beeinflussen.
Die wichtigsten Faktoren sind hier aufgelistet:
- die Höhe der Dosis
- die aktuelle Stimmungs- und Gefühlslage
- die Umwelt und Umgebung während des Konsums
- die physische und psychische Stabilität des Konsumenten.
Man kann deswegen kein bestimmtes Wirkungsmuster festlegen, jedoch können immer wiederkehrende physische und psychische Veränderungen beim Konsum erkannt werden.
Einige physische Wirkungen sind Beschleunigung des Herzschlags, Erhöhung der Pulsfrequenz, Rötung der Augen, Senkung des Augeninnendrucks, Schmerzlinderung, Austrocknung des Mund- und Rachenraums.
Oft werden die psychischen Wirkungen als beruhigend und entspannend beschrieben. Akustische, visuelle und optische Reize werden verstärkt wahrgenommen. Es entsteht ein Zustand leichter Euphorie, in dem Kreativität und Phantasie in neuen Formen wahrgenommen werden.
Je nach Gefühlslage können auch verdrängte negative Erinnerungen oder Erlebnisse wieder in den Vordergrund kommen, die zu Angst, Panik und Orientierungsverlust führen.
Robert Walton, Professor für Pharmakologie an der medizinischen Fakultät von South Carolina/USA, veröffentlichte 1938 eine Reihe von Haschisch-Erfahrungen, darunter die folgende von einem seiner Ärzte, die mehrere Selbstexperimente durchgeführt hatten:
„Nach einer Stunde entwickelte sich ganz plötzlich ein unbeschreibliches Gefühl von Verzückung und Großartigkeit.(...) Die Haut ist jetzt feucht, aber der Mund weiterhin trocken. Ich habe Visionen von großen schönen Landschaften, die herrliche Farbeffekte zeigen.(...) Da ist eine wunderbare farbige Bilderwelt; blau, purpur und altes Gold dominiert, mit besonders zarten Schatteneffekten. (...) Ich bedaure, dass andere nicht dieses Wohlgefühl mit mir teilen können (...) Offenbar trat langsam der Schlaf ein und ich schlief bis zur gewohnten Aufstehzeit. Keine besonderen Empfindungen beim Aufstehen. (...) Alle Gefühle, die oben genannt wurden, sind völlig verschwunden. Die Erinnerungen an die Erfahrungen sind jedoch noch sehr klar und lebendig. (...) “ 3
Auch die Erwartungshaltung eines Konsumenten hat einen entscheidenden Einfluss auf die psychische Wirkung von Cannabis. Um diese These zu beweisen, wurde in den USA eine große doppelblinde THC-Studie mit AIDS-Patienten durchgeführt.
Jedes Medikament, das AIDS-Patienten verabreicht wird, hat starke Neben-wirkungen, u.a. Appetitlosigkeit, Übelkeit und Verkrampfungen. All diese Neben-wirkungen wirkt THC entgegen. So wurden den AIDS-Patienten in der oben genannten Studie THC-haltige Medikamente und Plazebos verabreicht, ohne dass sie wussten, welches Produkt sie einnahmen. Überraschenderweise berichteten auch Patienten, die das Scheinpräparat bekommen hatten, über psychische Nebenwirkungen. Nur wenige Patienten mussten die Therapie abbrechen, darunter auch Patienten, die ein Plazebo erhalten hatten.
An dieser Studie ist deutlich erkennbar, dass die äußeren Bedingungen eine bedeutende Rolle bei dem Wirkungsspektum vom Cannabis spielen. Dr. Thomas
Gorter, der an der Durchführung der Studie beteiligt war, meinte in einem Vortrag darüber: „Daran kann man sehen, mit wie viel Emotionen Marihuana behaftet ist und wie stark diese Vorurteile auch auf die Patienten übergreifen können. Man ist so gespannt auf die Nebenwirkungen, dass man sie auch prompt bekommt.“ 4
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